Betonage im Pilgerschritt
Im Gegensatz zur ersten Baustufe, die überwiegend mit einer Tunnelbohrmaschine aufgefahren wurde, entsteht das Teilstück zwischen Bonner Straße und Rheinufer in offener Bauweise. „Dabei wird die offenen Baugrube mit Schlitzwänden gesichert, um diese vor eindringendem Grundwasser zu schützen“, wie ein Bauleiter des ausführenden Unternehmens erklärt. Nach dem Einbau einer Unterwasserbetonsohle – sie sichert das eigentliche Tunnelbauwerk gegen Auftrieb – wird die Baugrube leergepumpt und eine Sauberkeitsschicht eingebracht. „Anschließend werden Sohle, Wände und Decken im Pilgerschritt betoniert“, so der Bauleiter weiter. Insgesamt besteht das Tunnelbauwerk aus 46 wasserundurchlässigen Einzelblöcken. Das lichte Maß beträgt 7,54 m in der Breite und 4,70 m in der Höhe. Bodenplatte, Wände und Decke des Tunnels sind durchschnittlich 90 cm dick.
Systeme flexibel einsetzbar
Bei der Herstellung der Tunnelelemente hat sich die HOCHTIEF SOLUTIONS AG für den Schalungspartner ULMA entschieden. Als Wandschalung kommt die ULMA Enkoform V-100 Trägerschalung zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um eine projektbezogen hergestellte Schalung, die aus Schalhaut, Holzschalungsträgern und Stahlwandriegeln besteht“, erläutert Frank Dannemann, ULMA Betonschalungen und Gerüste GmbH. Nach Aussage des Projektleiters trägt das System zur Flexibilität auf der Baustelle bei, da es sich auf die unterschiedlichsten Bauwerksgeometrien einstellen lässt. Trägerschalung und Stirnabschalungselemente werden im Werk vorgefertigt. Die horizontale Trägerlage der 2,50 m breiten und 4,75 m hohe Elemente macht eine Abstockung der Elemente möglich“, so Dannemann. „Deshalb können sie später auch im Bereich der Trogwände eingesetzt werden.“