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Baustelle: Talbrücke Nahe, Schleusingen-Hinternah, Deutschland

Talbrücke Nahe, Schleusingen-Hinternah, Deutschland

Hohe Anforderungen schalungstechnisch sauber gelöst

 

Mit der Realisierung des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit (VDE) Nr. 16 – dem Bau der A 71 und der A 73 – rücken Bayern und Thüringen verkehrstechnisch ein Stück enger zusammen. Die neue Fernstraßenverbindung zwischen den in Ost-West-Richtung verlaufenden BAB A 4 und A 70 soll die seit der Grenzöffnung stark befahrenen Bundesstraßen entlasten. Die A 73 bildet hierbei die östliche Achse. Zu ihren baulichen Besonderheiten zählt die zum Bauabschnitt AS Schleusingen bis AS Eisfeld-Nord gehörende Talbrücke Nahe, welche die Adam Hörnig Baugesellschaft mbH & Co. KG im Auftrag der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) erstellt. Ein Bauwerk, das vor allem aufgrund seiner anspruchsvollen architektonischen Details an den Pfeilern schon in der jetzigen Bauphase beeindruckt. Zum bisherigen reibungslosen Baufortschritt trug neben dem technischen Know-how des ausführenden Unternehmens das flexible Schalungskonzept der ULMA Betonschalungen und Gerüste GmbH bei. Die Elemente der Kletter- und Trägerschalung waren schnell und flexibel einsetzbar und haben teilweise bis zu 30 Schaleinsätze ohne Austausch überstanden. Zudem konnten auch erhöhte Anforderungen des Auftraggebers zum Beispiel hinsichtlich der Ausbildung der Schalungsstöße und der Wahl des Ankerbildes sauber gelöst werden. Die neue Talbrücke Nahe mit einer Gesamtstützweite von 435 m überspannt einen Wirtschaftsweg, den Stadtgraben, die Nahe und einen weiteren Wirtschaftsweg. Der Überbau ist je Richtungsfahrbahn als einzelliger Hohlkasten über neun Felder mit einer maximalen Spannweite von 52 m ausgebildet und wird im Taktschiebeverfahren hergestellt. Aufgrund der Beschaffenheit des Baugrundes reichte das ausführende Unternehmen bereits im Vorfeld einen Sondervorschlag ein. „Die ursprüngliche Ausschreibung sah vor, die Pfeiler flach auf einen tragfähigen unverwitterten Sandstein zu gründen, wobei in den Achsen 20 bis 40 die nicht tragfähigen Deckschichten durch Magerbeton ersetzt werden sollten“, erläutert Bauleiter Dipl.-Ing. (FH) Thomas Reuschel, Adam Hörnig Baugesellschaft mbH & Co. KG, NL Thüringen. „Bei unserer Alternative wurde für den geplanten Bodenaustausch eine Tiefgründung mit Bohrpfählen DN 150 entworfen.“ Laut Aussage aller Beteiligten eine wirtschaftliche Lösung, die darüber hinaus noch weitere Vorteile mit sich brachte: Auf eine Umspundung konnte genauso wie auf den Bodenaustausch verzichtet werden. Außerdem reichte eine offene Wasserhaltung aus.

 

Mit der Pfeilerschalung nach oben geklettert

Aufgrund der umfangreichen Vorarbeiten zur Gründung der Widerlager – unter anderem mussten nicht tragfähige Bodenschichten durch Austausch ersetzt beziehungsweise ein Damm vorgeschüttet werden – waren die Pfeiler diejenigen Bauelemente, mit denen die Arbeiten an der Talbrücke anfingen. Auch hier standen wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund: Für die Erstellung der Pfeilerschäfte setzte die Adam Hörnig Baugesellschaft auf die Kletterschalung CR-250 von ULMA. „Bei diesem kranabhängigen Kletterfahrgerüst können das Kletterkonsolgerüst und die Schalung fest miteinander verbunden werden“, erläutert ULMA-Anwendungstechniker Sascha Grobenski. Hierauf wird bei der Erstellung der Pfeiler für die Talbrücke Nahe allerdings verzichtet. „Das hat den Vorteil, dass die Elemente entsprechend der Wellenstruktur auf Höhe angepasst werden konnten.“ Der Einsatz ist grundsätzlich bis in eine Höhe von 100 m bei einer maximalen Schalungshöhe von 5,40 m möglich. Bei der Talbrücke Nahe erfolgten die Betoniertakte in Schusshöhen von bis zu 5 m. Ein Schuss war in der Regel nach drei Tagen abgeschlossen. Weitere zwei Tage dauerte die Aushärtung des Betons.

 

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